Welche Aktionen sind sinnvoll?

Welche Aktionen sind sinnvoll?

von Karl-Heinz Peil

Mit Bildern erweiterte Fassung eines Textes, der im FriedensJournal Nr.2/2026 erschienen ist. 

Angesichts sich häufender Aktionen bei gleichzeitig zumeist sehr überschaubaren Teilnehmerzahlen darf natürlich darüber diskutiert und gestritten werden, wo man sich mehr oder weniger engagiert, natürlich abseits von zentralen Aktivitäten wie den Ostermärschen oder bundesweiten Großdemos. Nachfolgend dazu einige Überlegungen und Anstöße.
Am Wochenende vom 21. bis 23. Februar (d.h. den anschließenden Montag) wurde von dem internationalen Netzwerk „World Beyond War“ mit Sitz in den USA eine global angelegte Aktion zur Schliessung von fremden Militärbasen initiiert und anschließend auf deren Website dokumentiert. In Deutschland erfolgten hierbei Aktionen vor dem EUCOM (mit Demo aus der Innenstadt) in Stuttgart und vor der Clay-Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim.

Wie bei allen Aktionen auf der Straße stellte sich auch hier die Frage, wen man damit erreicht. Bei Protestaktionen vor Militärstandorten hat man an Wochenenden bzw. an Sonn- und Feiertagen (ebenso wie in Innenstädten) das Problem, dass man unter sich bleibt.
Am Freitag, den 20. Februar haben wir (Friedens- und Zukunftswerkstatt und Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung) mit einer Mahnwache vor der Clay-Kaserne mit Bannern das US-Militärpersonal auf unseren Widerstand aufmerksam gemacht (siehe nachfolgendes Foto). Zwei Stunden lang haben wir der Kälte trotzend von 14 bis 16 Uhr gut sichtbar für den sehr dichten Feierabend- und Wochenendverkehr mit zumeist ausfahrendem Militärpersonal am Main Gate der Clay-Kaserne „Flagge gezeigt“.

Wir haben damit gegenüber den Akteuren der Kriegsvorbereitung und Kriegsführung am Standort Wiesbaden-Erbenheim ein Signal gesetzt. Viele Autofahrer haben uns im Vorbeifahren dabei auch freundlich zugewunken.
Diese positive Resonanz sollte uns nicht überraschen. Wer sich in den USA dem Militär anschließt, tut dieses meistens weniger aus patriotischer Überzeugung, sondern aus materiellen und teilweise existenziellen Erfordernissen. Vor allem die kostenlose Gesundheitsversorgung für Militärs an gut ausgestatteten Militär-Hospitalen (auch in Deutschland) ist ein gewichtiges Argument für den Militärdienst in den USA.
Eine ähnlich gelagerte Aktion vor der Air Base Ramstein zur Rush Hour im Juni letzten Jahres (Foto unten) zeigte gleichfalls eine positive Resonanz.
Unser Gegner ist der militärisch-industrielle Machtapparat mit den dahinter stehenden Akteuren. Gleichzeitig sollten wir auch um diejenigen Menschen ringen, die sich aus nachvollziehbaren Gründen in dieses System einordnen.

 

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