Aufruf: Bundesweite Demonstration am 3. Oktober 2026 in Berlin und in Stuttgart

aktuelle Infos für Süd-West – Einzelheiten

Zeitplan

Die Demonstration wird mit einer Auftaktkundgebung um 13 Uhr beginnen. Dann setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung. Die Abschlusskundgebung ist um 15:30 Uhr angesetzt, das Ende für 16:30 Uhr / 16:45 Uhr vorgesehen. Plant eine Rückreise daher bitte ab 17 Uhr.

Rednerinnen und Redner
Es stehen bereits fest:

  • Jules El Khatib (Deutsch-Palästinensische Gesellschaft)
  • Ronja Fröhlich (Bündnis gegen Wehrpflicht)
  • Sevim Dagdalen (BSW, Journalistin, bis 2025 MdB)
  • Özlem Alev Demirel (MdEP Die LINKE)
  • Mark Ellmann (DKP München, GEW-Bayern, Koordinator Gewerkschaftliche Bildungsarbeit)
  • Paul Schobel (pax christi, Betriebsseelsorger, Autor)
  • außerdem ist ein Redebeitrag vonseiten der Vertrauensleute Daimler-Untertürkheim geplant

Per Video-Grußwort beteiligen sich u.a. Margot Käßmann (ehem. EKD-Ratsvorsitzende) und Hüseyin Dogru (Journalist) an den Kundgebungen.

Mitteilung an die Medien

Weiterlesen

Großdemo am 3.10. in Stuttgart – neue Infos

Hinweise zur Anreise

Materialien

Zeit-Plan(!) – Redebeiträge, Demo, Musik

ab 12.45 Toba Borke (Freestyle-Rapper), Videos auf LED-Leinwand

ab 13:00 

  • Begrüßung, Ankündigungen
  • Ghassan Abu-Sittah per Videoleinwand ( paläst. Chirurg, Uni Glasgow, war als Arzt in Gaza)
  • Rihm Hamdan (Palästina spricht) und Wieland Hoban (Jüdische Stimme)
  • Sevim Dagdalen (ehem. MdB, außenpolitische Sprecherin des BSW)
  • Jeffrey Sachs per Videoleinwand
  • Lothar Binding (Bundesvorsitzender der SPD AG 60 plus)
  • Grußwort: Alev Bahadir (DIDF Bundesgeschäftsführung)
  • Ronja Fröhlich (Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“)

Danach: Demo-Zug

ab ca. 14.45 Uhr Duo „ewo2“: Bernd Köhler alias „Schlauch” (Liedermacher, Sänger, Gitarre) und Joachim Romeis (Geige)

ab ca.15 Uhr

  • Infos, Einblendungen aus Berlin
  • Grußwort: Maike Schollenberger  (ver.di Landesbezirksleiterin BaWü)
  • Margot Käßmann (ehem. Landesbischöfin)
  • Ulrike Eifler (IGM-Metall, Die LINKE)
  • ein weiteres Lied von Bernd Köhler  und Joachim Romeis
  • Vincent Leuze (Ver.di Jugend)
  • Grußwort: Anthony Cipriano  (VVN/BdA BaWü

ab 15.50 Uhr S. Castro (Battle Rap, Anime Rap)

Presse-Echo

Unterstützung

Hier findet man auch die gemeinsame Plattform der Demonstrationen. Über 280 Gruppen und Organisationen haben sich bundesweit bereits als Unterstützer gemeldet.
Den aktuellen Stand findet Ihr hier: https://friedensdemo0310.org/unterstuetzer/

Auf dieser Seite könnt Ihr, falls noch nicht geschehen, Eure Organisation oder Gruppe auch eintragen.


Bundesweiter Aufruf als Plattform

auch als PDF

Die aktualisierte Fassung des Bündnisaufrufes in html (vom 6.8.25) findet sich hier:

 

Ulrike Eifler: „Auf die Straße – jetzt!“

Kommentar von Ulrike Eifler zu den Friedensdemonstrationen am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart in der UZ (15.08.2025)

Erneut ruft die Friedensbewegung für den 3. Oktober zu Großdemonstrationen in Berlin und Stuttgart auf. Demonstriert werden soll gegen Militarisierung und Aufrüstung. Gegen amerikanische Mittelstreckenraketen und deutsche Atommachtambitionen. Gegen den Krieg in der Ukraine und den Horror in Gaza.

Als Gewerkschafterin gibt es für mich in diesem Jahr fast keinen wichtigeren Termin. Denn die Bundesregierung ist zu einer Politik offener Kriegsvorbereitungen übergegangen. Die Zeit, in der sich die Militarisierung auf Bundeswehrwerbung an Straßenbahnhaltestellen, auf Pizzakartons und Brötchentüten beschränkte, ist vorbei. Jetzt zeigt man uns Bilder von Kindern hinter Maschinengewehren; eine neue Wehrpflichtdebatte droht mit dem Ende von Entscheidungs- und Gewissensfreiheiten; die Agentur für Arbeit forciert Vermittlungsversuche von Arbeitsuchenden in die Armee und die Bundesregierung kündigt durch die Veröffentlichung des „Grünbuches“ an, die Menschen auf harte Einschnitte in der Gesundheitsversorgung vorbereiten zu wollen.

Hochrüstung und Militarisierung gehen Hand in Hand mit einer massiven Attacke auf die sozialen Sicherungssysteme. Das Fundament aus sozialen Errungenschaften und Aushandlungsprozessen droht buchstäblich zu bersten. Der Grund: Die Kriegstreiber wollen sich den Sozialstaat nicht mehr leisten. Die Debatten über die Anhebung des Renteneintrittsalters, die Streichung von Feiertagen, die Flexibilisierung der Arbeitszeit oder die Einschränkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zeigen: Unser Sozialstaat soll nicht etwa minimal angegriffen oder abgetragen werden. Es ist vielmehr zu erwarten, dass er regelrecht ruiniert werden wird.

Der Nachdruck, mit dem uns beinahe täglich medial aufbereitet die Frage gestellt wird, wer „das alles noch bezahlen“ soll, und die Absicht, nicht „nur“ Rentner, nicht „nur“ Bürgergeldempfänger, nicht „nur“ Geflüchtete in den Blick zu nehmen, sondern alle gemeinsam, deuten darauf hin, dass die Bundesregierung massive Einschnitte vorbereitet, die selbst durch die alten Spaltungslinien nicht mehr kaschiert und eingehegt werden können. …

Den ganzen Kommentar lesen.

vgl. auch: Zeitenwende – Angriff auf die Lohnabhängigen“ (53 Min.)

Antimilitaristischer Protest – Interview mit Joachim Guilliard in „jungewelt“

Gitta Düperthal 
 
Joachim Guilliard ist aktiv in der Friedensvernetzung Südwest, die die Demo am 3. Oktober in Stuttgart organisiert
 

Der Vorbereitungskreis »Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden!« ruft zu Demonstrationen gegen Kriege und Hochrüstung am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart auf. Sie mobilisieren schon frühzeitig. Was den Krieg in der Ukraine betrifft: Aktuell dreht sich die öffentliche Debatte um das Trump-Putin-Treffen in Alaska am Freitag. In Europa ist man empört und fühlt sich übergangen. Wie bewerten Sie das?Seit US-Präsident Donald Trump sich ernsthaft um einen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg bemüht, sind die europäischen NATO-Länder regelrecht alarmiert. Sie wollen den Krieg weiterführen, um Russland zu schwächen. Daran hat sich nichts geändert, obgleich die Ukraine kaum noch durchhalten kann und ungeachtet der vielen Opfer, die der Krieg bereits gefordert hat. Freilich erklären auch die Regierungen der EU-Staaten pflichtschuldig, sie seien für Frieden. Da es aber aus ihrer Sicht keine Kompromisse geben darf, weder territorial noch was den Ausschluss einer Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO angeht, wird deutlich: Priorität hat Frieden für sie nicht.

Unionspolitikerinnen und -politiker, teils auch Grüne oder Sozialdemokraten, betonen ständig, mit dem russischen Präsidenten sei nicht zu reden. Warum stellt sich das aus Ihrer Sicht anders dar?

Seit Beginn des Krieges wiederholen sie das wie ein Mantra. Gleich nach Kriegsbeginn im März 2022 wurde in Istanbul verhandelt. Die Chancen auf einen erfolgreichen Waffenstillstand waren groß. Hauptanliegen Russlands war schon damals ein Nichtbeitritt der Ukraine zur NATO. Damals haben westliche Staaten für den Abbruch der Verhandlungen gesorgt. Seither ist Russland militärisch auf dem Vormarsch, beherrscht nun nahezu den gesamten Donbass. Man wird nicht daran vorbeikommen, die Gegebenheiten am Boden jetzt zu akzeptieren.

International unter Druck geraten wegen Israels Krieg in Gaza beschloss Kanzler Friedrich Merz, Waffenlieferungen dorthin einzuschränken. Innerhalb der Union wird dagegen opponiert, etwa von Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und der Jungen Union. Es geht um den Begriff der »Staatsräson«. Wie schätzen Sie das ein?

Waffenlieferungen nach Israel einzustellen ist längst überfällig und völkerrechtlich geboten. Die Verkündung des Stopps ist politisch sicherlich bedeutsam. Ob er sich praktisch auswirkt, muss sich erst erweisen. Bereits genehmigte Rüstungsgüter werden ja noch geliefert. Es ist skandalös, wenn Politiker und Medien weiter auf eine uneingeschränkte Unterstützung Israels pochen. Aus dem historischen Verbrechen des Holocaust resultiert eine besondere deutsche Verantwortung für Jüdinnen und Juden, aber Beihilfe zum Völkermord pervertiert diese geradezu. Zudem steht Deutschland auch in der Verantwortung gegenüber Palästinenserinnen und Palästinensern. Die Staatsgründung Israels 1948, durch die absolut unfaire Teilung Palästinas, wäre ohne den Holocaust nicht denkbar gewesen. Durch die damit verbundene Vertreibung fast der Hälfte der damaligen palästinensischen Bevölkerung wurde diese ebenfalls Opfer des deutschen Faschismus.

Worauf zielen die Demonstrationen am 3. Oktober?

Wir demonstrieren für ein Ende der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten und gegen die Hochrüstung, die mit avisierten fünf Prozent des Bruttosozialprodukts ein irrwitziges Ausmaß angenommen hat. Zumal all das auf Kosten von Sozialem, von Umwelt, Bildung und Gesundheitsversorgung geht. Wir fordern, Waffenlieferungen in Krisengebiete zu beenden. Und unser Protest gilt der Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland.

… das ganze Interview in der jw lesen: https://www.jungewelt.de/artikel/506172.antimilitaristischer-protest-für-eu-staaten-hat-frieden-keine-priorität.html

Hunderte kamen zur Gaza-Soli-Demo nach Heidelberg

Trotz der hochsommerlichen Temperaturen waren am 5. Juli fast tausend Menschen (Polizei 750; Regionalpresse 700) aus dem Südwesten Deutschlands vom Bodensee zum Main und von der Saar zum Kocher unserem Aufruf unter dem Motto „Gaza: Massaker, Aushungern, Vertreibung stoppen!“ nach Heidelberg gefolgt. Wiltrud Rösch-Metzeler (pax christi) eröffnete die Auftaktkundgebung im Park vor der Heidelberger Stadtbiliothek und führte durch das Programm, das mit einem Palästina-Lied des Aschaffenburger Sängers und Liedermachers Reinhard Frankl begann. Danach begrüßten Heike Hänsel (ex-MdB) und Joachim Guilliard (Friedensbündnis HD) für die Friedensvernetzung Südwest Teilnehmerinnen und Teilnehmer und stimmten sie unter deren Beifall mit den Positionen und Forderungen aus dem Aufruf der Veranstalter auf die weitere Kundgebung und die folgende Demonstration ein. Die beiden konnten das Mikrofon an eine der angekündigten Hauptrederinnen Prof. Dr Helga Baumgarten (ehem. Birzeit Universität, Ramallah) übergeben.

Leider meinen Vertreter in Deutschland, dass sie die Lage in Israel/Palästina besser verstehen“

Sie ging u.a. auf die Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen ein, dessen Zentralausschuss kürzlich in Südafrika tagte. Er verurteilte Israels Kriegsverbrechen in Gaza, die einen Völkermord darstellen könnten. Zum ersten Mal bezeichnete er Israels Vorgehen gegenüber Palästinensern offen als Apartheid und forderte zu Sanktionen auf. Vernichtend kritiserte Baumgarten die prompte Ablehnung aus Deutschland: „Leider meinen Vertreter der evangelischen Kirche in Deutschland, dass sie die Lage in Israel/Palästina besser verstehen als die versammelten Kirchenvertreter in Südafrika.“ Baumgarten rief die Anwesenden auf, nicht nachzulassen, auf das völkerrechtswidrige und völkermörderische Vorgehen der israelischen Regierung und ihrer Armee sowie die politische und militärische Unterstützung durch die Bundesregierung hinzuweisen. Immer wieder zwischendurch und erst recht am Ende erntete sie zustimmenden Applaus.
Den Auftakt im Park am Schwanenteich rundete Frankl mit seinem Lied zur US-Airbase Ramstein ab, die bekanntlich als Relais-Station zum Drohnenkrieg – im aktuellen Jargon der deutschen Regierung zur „Drecksarbeit“ – im Nahen und Mittleren Osten fungiert.

Rote Linie durch die Altstadt ins Stocken geraten

In Erinnerung daran, dass alle roten Linien in Palästina längst übertreten sind, waren die TeilnehmerInnen aus allen Altersgruppen mehrheitlich rot gekleidet. Sie zogen nach der Auftaktkundgebung durch die langgezogene Altstadt zum Universitätsplatz. Leider wurde der Zug in der am Samstagnachmittag sehr belebten Heidelberger Hauptstraße mehrmals von den Ordnungskräften aufgehalten. Anlass waren aus deren Sicht unzulässige Parolen, was sich allerdings nicht endgültig feststellen ließ. Eine dabei angeblich gefallene Beleidigung eines Polizisten führte dann zur unsanften Personalienfeststellung eines(!) Teilnehmers durch einen behelmten polizeilichen Interventions-Trupp.
Am Al-Issawiyeh Camp auf dem Universtitätsplatz fand die geplante Zwischenkundgebung statt, wo Vertreterinnen von „Students for Palestine“ aber auch ein Vertreter der Linksjugend SOLID und der junge palästinensische Arzt Alhassan Elmasri in aufrüttelnden, deutlichen Worten die deutsche Unterstützung für den mutmaßlichen Völkermord anprangerten.
Der Zeitplan war erheblich ins Stocken geraten, wofür sich die Einsatzleitung der Polizei auch hinterher beim Veranstaltungsleiter entschuldigte.

Eines Tages werden alle immer schon dagegen gewesen sein

Aber auch aufgrund der gestiegenen Hitze und sichtbarer Erschöpfung unter den Teilnehmenden entschlossen sich die Veranstalter, die Abschlusskundgebung am Karlsplatz abzusagen und den zweiten geplanten Hauptredner Tsafrir Cohen  auch hier am Universitätsplatz auftreten zu lassen. Der in Israel geborene Geschäftsführer der Hilfsorganisation medico international führte sehr anschaulich und bewegend das Motto einer medico-Plakataktion aus, das da lautet: „Eines Tages werden alle immer schon dagegen gewesen sein“. Er schilderte (Redebeitrag hier) dabei die weitgehende Zerstörung der Kliniken und Gesundheitsstationen, die dazu führte, dass medizinische Behandlungen in vielen Fällen nicht mehr möglich sind.
Mit großem Dank an alle Unterstützer, Rednerinnen und Redner sowie an die Hunderten von Teilnehmenden beschloss Wiltrud Rösch-Metzeler fast noch im geplanten Zeitrahmen die Veranstaltung und gab das Mikrofon ein letztes Mal frei an den Sänger, der die ZuhörerInnen nicht gehen lassen wollte ohne den Hinweis in Liedform, dass Widerstand und Solidarität – wie wieder einmal erlebt – zwar ausgebremst, aber nicht verhindert werden können .

s. Bildergalerie auf https://www.friedensbuendnis-heidelberg.de/

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